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Seite 1 von 4  Im Vorfeld seines ersten Soloalbums auf SuperDope spricht Brenna von "Brenna & Desasta" über die Trennung von Ercandize und Assazeen, wieso er als Jugendlicher die Schule abgebrochen hat und warum Schlagermusik eine ernst zu nehmende Alternative zu Rap sein kann.
Doppel-CD "BRENNA" jetzt für nur 12,99 EUR kaufen! WildstyleMag.com: Du sagtest im Rahmen eures Crew-Albums "Der Pott is back" seien "einige Sachen schiefgegangen". Was genau?
Brenna: Nach einer Woche war die erste Auflage ausverkauft. Dann sind sie mit dem Nachpressen nicht nachgekommen. Das hat wiederum einen Stau verursacht und wohl dazu geführt, dass viele sich das Album runtergeladen haben. Finanziell hatten wir auch andere Erwartungen, aber im großen und ganzen ist es okay gelaufen.
WildstyleMag.com: Aktuelle Statements von Ercandize lassen auf weitere Differenzen schließen. Ist dem so gewesen?
Brenna: Es gab Meinungsverschiedenheiten, aber keine Streitereien. Nicht alles ist so gelaufen wie wir uns das gewünscht hätten, auf beiden Seiten gab es Missmut, dennoch haben wir keinen Stress miteinander. Ich war der Meinung der Vertrag wäre ausgelaufen. Falls dem nicht so ist, spielt es insofern keine Rolle, dass über Assazeen von uns in nächster Zeit eh nichts kommen wird, weil da in der Form einfach nichts läuft für uns.
WildstyleMag.com: Also war es kein Thema mehr dein Album da zu veröffentlichen?
Brenna: Doch, es stand zur Debatte mein Album über Assazeen zu droppen, aber von Seiten Ercandize´ hat es an Zeit gefehlt, Geld war auch nicht vorhanden. Und ich wollte nicht auf Mixtape-Niveau ein Album rausbringen. Vielleicht hat sich Ercan über ein paar meiner Statements aufgeregt, ich weiß es nicht, wir haben seitdem noch nicht miteinander gesprochen.
WildstyleMag.com: Warum keine Veröffentlichung mehr auf einem Künstler-geführten Label?
Brenna: Allgemein würde ich auf keinem Label eines Rappers mehr veröffentlichen. Das hat nichts persönlich mit Ercan zu tun. Nur sollte der Geschäftsführer nicht gleichzeitig auch noch Künstler sein. Wenn man zwischen den Positionen hängt, laufen viele Dinge nicht so wie sie laufen könnten.
Die Leute denken auch Ercan hätte uns aus einem Loch gezerrt und auf die Karte gebracht. Natürlich hat er uns die Möglichkeit gegeben den Namen zu platzieren und zu etablieren, aber das Label haben wir gemeinsam aufgebaut, für die Produktionen bei Assazeen war oftmals ich zuständig. Darum lasse ich mir nicht den Vorwurf machen, dass wir ohne Ercan jetzt nichts wären.
WildstyleMag.com: Was hältst du allgemein von Sublabels?
Brenna: Das ist schon ein Rap-typisches Phänomen, oder? Der Crew- und Family-Gedanke ist ja üblich im Hip Hop.
WildstyleMag.com: Glaubst du einige bekannte Rapper würden weiterkommen, wenn sie sich einzig und allein auf ihre Karrieren konzentrieren würden, und nicht noch auf die Projekte ihrer Homies?
Brenna: Natürlich ist es cool seine Jungs zu unterstützen, aber ob das immer ein Label braucht bezweifle ich. Es macht sicher mehr Sinn mit einer Crew bei einem Label zu signen, statt als Einzelkünstler mit einem Unterlabel sich um andere Rapper zu kümmern. Von ersterem hat man sicher mehr, als wenn die Crew immer nur das Beiwerk von dem einen bekannten Künstler ist.
WildstyleMag.com: Also ist der Community-Gedanke eher hinderlich?
Brenna: Das ist auch irgendwie ein typisches Rap-Phänomen, oder? Das Problem ist: Rapper haben riesige Egos und als Künstler kommt man schnell in einen Zwiespalt. Auf der einen Seite ist man Supporter seiner Crew, und auf der anderen Seite muss man aufpassen, dass man von den eigenen Leuten nicht verdrängt wird. Als eine Crew auf einem Label zu signen ist wesentlich sinnvoller, als den schwierigen Weg mit einem Sublabel zu gehen. WildstyleMag.com: Dann frage ich mich, wieso du jetzt selbst mit Stumpfdog Music ein Sublabel bei SuperDope Inc. machen möchtest, sprich bei einem Label, dessen Namen man auch erst seit dem Album vom Langen kennt. Ist das sinnvoll?
Brenna: Also meine Entscheidungen sind mit Sicherheit nicht immer sinnvoll (lacht), aber mir war einfach wichtig, dass die Leute davon wegkommen zu denken, dass SuperDope ein Too Strong-Label wäre. Wir machen teils sehr unterschiedliche Musik. In manchen Foren steht, Too Strong hätten dieses Label gegründet. Und das ist eben nicht der Fall. WildstyleMag.com: Muss man das nachvollziehen können bzw. ist das denn wichtig?
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