|
Seite 1 von 6  In der Kunst ist das Einfache immer das schönste, sagte einst Ulrich Wickert, Journalist, Autor und ehemaliger Mr. Tagesthemen. Wenn man einfach mit Schlichtheit erklärt, trifft das nicht unbedingt auf die Musik von Curse zu. Sein insgesamt fünftes Studioalbum beschreibt er selbst mit den Worten "umfangreich" und "sehr musikalisch", und auch "nicht immer ganz einfach". Einen Monat vor Veröffentlichung sprachen wir mit dem Mindener unter anderem über sein neues Album "Freiheit" und Politik in den Liedern Marius Müller-Westernhagens.
JETZT VORBESTELLEN IM SHOP: Curse - Freiheit (Deluxe Edition: Doppel-CD + Shirt) Curse - Freiheit (Premium Edition: Doppel-CD) Curse - Freiheit (Basic Edition)
 WildstyleMag.com: Dein letztes Album "Sinnflut" erschien 2005. Was macht man in fast dreijähriger Pause zwischen zwei Album-Veröffentlichungen?
Curse: Ich habe nie aufgehört Musik zu machen, auch keine Pause eingelegt, sondern direkt weitergearbeitet. Ursprünglich war geplant, ein dreiviertel Jahr nach „Sinnflut“ mit dem nächsten Release zu kommen. Dafür waren bereits 12 Songs aufgenommen. Der Output war gut und hatte Qualität, aber irgendwie habe ich es nicht geschafft, einen wirklichen Vibe zu entwickeln und das Feeling dafür zu bekommen.
Dann fängt man an sich Fragen zu stellen: Was für ein Album wird das jetzt? Wie wird es klingen? Was für eine Haltung wird repräsentiert? Welches Statement soll es setzen? Als ich die Fragen nicht beantworten konnte, habe ich im Sommer 2006 vorerst den Stöpsel gezogen und beschlossen, das nächste Release nicht wie geplant im August/September rauszubringen.
WildstyleMag.com: War eine kreative Auszeit notwendig?
Curse: Sozusagen. Es folgten zunächst zwei, drei, vier Monate, in denen ich einfach nur nachgedacht und mich um andere Dinge kümmert habe, wie etwa Reno und Germany. Anschließend habe ich mich neu gesammelt und ab Dezember 2006/Januar 2007 mit ganz neuem Konzept und neuen Ideen begonnen an "Freiheit" zu arbeiten.
Der Entstehungsprozess des Albums betrug jetzt also rund anderthalb Jahre. Das Album ist sehr umfangreich geworden, auch in musikalischer Hinsicht, und vieles war nicht immer ganz einfach. Aber nun sind wir angekommen.
WildstyleMag.com: Dafür beginnt jetzt die Phase der Promotion, die Leute reden wieder über einen, man ist in den Medien präsent. Wie ist das Bauchgefühl rund einen Monat vor VÖ?
Curse: Normalerweise mag ich keine Promotion, denn die kann mitunter sehr stressig sein. Wenn ich zwei Tage hintereinander nur fünf Stunden Schlaf abbekomme, werde ich in der Regel unausstehlich.
Aber das Gefühl ist komischerweise anders als sonst, besonders in den letzten Tagen habe ich das gemerkt. Diesmal fühle ich mich wirklich sehr gut, obwohl ich im Moment nur drei bis vier Stunden Schlaf pro Nacht bekomme und in den letzten zwei Wochen nicht länger als 30 Stunden am Stück in einer Stadt war. 
WildstyleMag.com: Das würde nicht jeder durchhalten.
Curse: Eigentlich müsste ich auch schon auf dem Zahnfleisch gehen, aber das Zufriedenheitsgefühl überwiegt absolut, und das ist ein gutes Zeichen! Wir haben lange an dem Album gearbeitet, jetzt muss es raus. Nach neun Monaten Schwangerschaft freut man sich, wenn das Baby dann auf der Welt ist. Wenn das Album irgendwie anders geworden wäre, als es das jetzt ist, wäre ich vielleicht nicht so entspannt.
WildstyleMag.com: Oftmals habe ich das Gefühl, dass mit deinen Alben eine enorm hohe Erwartungshaltung verknüpft wird. Denkst du das auch? Bekommst du sowas mit?
|