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Seite 1 von 5  Wer die Rap-Urgesteine aus Deutschland auflistet, muss D-Flame auf dem Zettel haben. Seine Stationen: Rebel X, Asiatic Warriors, Eimsbush, Brothers Keepers, unzählige Touren und jetzt das fünfte Soloalbum "Stress". Zwanzig Jahre Feuer aus Frankfurt - Ein Gespräch über die aktuelle Finanzkrise, die UN-Millenniumsziele, den Wirkungsgrad politischer Singles und das neue Selbstvertrauen der Amerikaner.
Fotos: Thomas von Wittich
WildstyleMag.com: Dein neues Album heißt "Stress". Auf dem Cover sieht man dich im weißen Zwirn, im Hintergrund die Frankfurter Bankentürme. Besonders stressig wirkt das nicht.
D-Flame: Gegensätze ziehen sich an (lacht). Die Bankentürme im Hintergrund bedeuten aber schon Stress, oder? Wir haben auch Poster gemacht, auf denen ich im Feld stehe, was auch nicht besonders stressig ist. Wir möchten die Leute einfach dazu bewegen rein zu hören. "Stress" an sich ist ein universelles Wort. Jeder Song auf dem Album handelt von dem Thema, wobei neunzig Prozent der Lieder Vorschläge sind, wie man Stress aus dem Weg gehen kann.
WildstyleMag.com: Wie können wir das verstehen?
D-Flame: Jeder einzelne Song handelt von Stress. Selbst die positiven Gefühle basieren auf verschiedenen Stressfaktoren. Nenn mir einen Song und ich erkläre dir den Stress.
WildstyleMag.com: Wir denken zuerst an die verschiedenen Love-Songs.
D-Flame: In denen geht es um den Stress mit Frauen und Anleitungen, wie man damit umgeht. Viele Frauen beklagen sich über zu wenig Zeit mit ihren Männern. Aber irgendwann sollten sie uns doch so nehmen wie wir sind. Ein andern Mal möchte man eigentlich nur Sex und dann kommen Gefühle hoch, die die immer gleichen Diskussionen nach sich ziehen. Manche Männer tun sich dann sehr schwer damit zu sagen, dass sie im Moment einfach Freiraum brauchen.
WildstyleMag.com: Gibt es ein Allheilmittel um Stress vorzubeugen?
D-Flame: Vorzubeugen nicht, aber um Stress abzubauen hilft es Musik zu hören. Da kann keine Droge, kein Alkohol mithalten.
WildstyleMag.com: Inwiefern bedeuten die Bankentürme auf dem Cover Stress?
D-Flame: Hätten wir alle so viel Geld wie wir Stress haben, würde es uns allen besser gehen. In den Bankentürmen wird mit sehr viel Geld rumhantiert. Wer Banken nicht mit Stress assoziiert, dem geht es anscheinend besser. Allein zum Bankautomaten zu gehen, die Karte reinzustecken und zu gucken, ob Geld drauf ist, ist schon ein stressiges Gefühl.
WildstyleMag.com: Zeitmangel und Termindruck gehören für viele Menschen zu den größten Stressfaktoren. Trifft das auch auf dich zu?
D-Flame: Natürlich, allein schon durchs Internet haben wir heute viel weniger Zeit als früher.
WildstyleMag.com: Müsste es nicht genau andersrum sein?
D-Flame: Theoretisch ja, aber viele Geschäfte sind dazugekommen. Was früher in der Bankfiliale erledigt wurde, muss heute als Online-Banking zuhause geschafft werden. Wenn man wiederum alles daheim macht, hat man keine Zeit mehr die Wohnung aufzuräumen. Seien wir doch ehrlich: Das Internet ist ein fucking Zeitfresser, weil wir surfen ohne die Geschäfte zu erledigen.
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