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Flammenmeer bei Breakdance Event
Geschrieben von: pasu   
Dienstag, 10. Juni 2008 um 13:26

So oder so ähnlich hätte wohl jede engagierte Boulevardzeitung getitelt. Das Battle Of The East in Leipzig endete am späten Samstagabend abrupt mit einem Einsatz der örtlichen Feuerwehr.

Artikel: Rachel S., Christin B.
Gallery: Fotos des Battle Of The East


Der Hörsaal der Universität war bis unter die Decke gefüllt, die Treppen längst als Sitzalternative ausgemacht und die Stimmung auf dem Siedepunkt. Gespannt warteten die rund 850 Besucher um kurz nach Mitternacht auf die Verkündung des Endergebnisses, um zu erfahren, welche der acht teilnehmenden Crews als ostdeutscher Favorit zum Battle Of The Year Germany fahren sollte. Ein kurzer Wink der Security ließ die Gewinnerzeremonie jedoch platzen.

Schmorgeruch in den Gängen

Ein Mitarbeiter informierte die Hosts, dass das Gebäude sofort zu räumen sei. Die Verkündung der Sieger erfolgte nur noch im Schnelldurchlauf, "und jetzt alle raus, schnell, aber ruhig bleiben. Das ist keine Übung!", ließ Hannovers Spax die überraschten Zuschauer wissen.

Binnen einer Minute leerte sich der Hörsaal, die Gänge waren von beißendem Schmorgeruch erfüllt, draußen mehrere Löschfahrzeuge der Leipziger Feuerwehr vorgefahren. Ein Computer im Kellergeschoss war in Brand geraten. Ersten Vermutungen zufolge könnte ein Kurzschluss den Schwelbrand ausgelöst haben. "Wir wollten kein Risiko eingehen und haben die Veranstaltung deshalb abgebrochen", sagte Veranstalter Michael Lippold vom Steinhaus Bautzen und zeigte sich erleichtert. Weder habe es Panik gegeben, noch hätte Gefahr für Leib und Leben bestanden.

Schon nachmittags gab es B-Boying pur zu sehen. Sagenhafte 64 Tänzer hatten sich für das sehr beliebte 1on1 Battle angemeldet - doppelt so viele wie im letzten Jahr. Davon erschienen letzten Endes 51, die im direkten KO-System bis ins Achtelfinale in einer Vorhalle gegeneinander antraten. Bei hervorragendem Wetter wurden hungrige Mäuler tagsüber mit Bratwurst und Kuchen gestopft. Um 17.30 Uhr war Einlass am Hörsaal. Binnen kürzester Zeit füllte sich dieser bis in die letzte Reihe, auch die Treppen wurden besetzt - wie in einer normalen Uni eben.

Nach der üblichen Vorstellung der Hosts (Spax, Hahny), der DJs (Kid Cut, Nas´D, El Cane), der BOTE-Judges (Patrock, Vartan, Sonny Tee) und 1on1-Judges (Patrock, Mitch - L.E.Alive, Christoph - Style Junkies) begann direkt der erste Showblock. Jede Crew konnte sich mit einem kurzen Einspieler vorstellen, was die Beat Fanatics aus Dresden unter tosendem Applaus des Publikums nutzten: Breakerszenen unter der Dusche, standesgemäß nackt, kamen insbesondere bei den weiblichen Zuschauern gut an. Es folgte eine gute choreographische Aufteilung und eine Show, in die Rap-Songs von Spax oder Kool Savas mit eingebunden wurden.

Bier Street Boys: Mallorca in Leipzig

Ihnen folgten die Bier Street Boys, ein Zusammenschluss diverser Tänzer wie Dennis und Alex (Dance Revolution) oder Daniel von Trick17. Die Show, eingeleitet durch eine überlebensgroße Jägermeisterflasche, setzte voll auf den Prollfaktor - Party, Suff und Furzgeräusche auf Freezes sorgten für Ballermann-Stimmung, stellten das Tänzerische jedoch in den Hintergrund. "Komm jetzt endlich mit, im Backstage gibt es wieder Freibier", lautete dementsprechend das Outro.

Die seit rund zwölf Jahren aktiven Speed Freaks betraten die Bühne im Look der in den frühen 90er Jahren sehr angesagten Holzfäller-Hemden, und performten eine Show unter dem Motto "Old Skool Never Dies". Dabei legten sie den Schwerpunkt fast ausschließlich auf die Gangster-Attitude, auch wenn die Songs von Fresh Prince & Jazzy Jeff, Run DMC oder A Tribe Called Quest wesentlich vielseitiger daherkamen. BOTE-Premiere für das jüngste Gruppenmitglied: "Ich war nervös", gab er zu. Geschlossen im Chor dankte das Publikum, er dankte zurück.

Umbrella-mäßig ging es mit der Yin Yang Crew weiter: Sieben Tänzer, sieben Regenschirme, drei weiße, drei schwarze, einer mit Ying Yang-Zeichen. Aus einem Buch wurde die Geschichte der Menschheit verlesen, der Kampf von Gut gegen Böse. Das Ende weckte Hoffnung: Es bestehe die Chance auf Besserung, lautete das Fazit. Es war die erste Show am Abend mit echtem Thema.

Nach einer Zwischenshow von Marcelemcy und Jack The Ripper an der Beatbox, die sich Nachwuchstänzer von L.E. Alive auf die Bühne holten, ging es mit "Glücksfee" Ludi (Style Junkies) und der Auslosung der Viertelfinalbegegnungen des 1on1s weiter. Lexa (Trick17), Frank The Tank, Robi Rhythm (Potsdam) und Lukas (Berlin) setzten sich gegen ihre Gegner durch und kamen eine Runde weiter.

Die Wild Juniors aus Chemnitz eröffneten den zweiten Showblock, stellten thematisch die "Sieben Zwerge" nach. Die Newcomer der Chemnitzer Szene boten eine gute Show und waren definitiv die Publikumslieblinge des Abends. Gerade einmal zehn Lenze zählte das jüngste Gruppenmitglied.

Erfahrene BOTE-Teilnehmer sind die Skillz aus Potsdam/Stralsund. Bereits als Rocking Skillz feierte man in der Vergangenheit Erfolge. Sie traten in einheitlichen BBall-Outfits an, um eine sehr synchrone Show zu performen, in der alle Tänzer durchgängig zum Einsatz kamen, und die viel Abwechslung bot.

Söhne des Kreises mit Verletzungsproblemen

Chemnitz´ bekannteste Formation sind die Söhne des Kreises, die mit tosendem Applaus begrüßt wurden. Der Einspieler zeigte alle Tänzer im großen Saal des bekannten Kraftwerks, Location der jährlichen Soul Expression, bei Dunkelheit und Scheinwerferlicht breakend. Die Gruppe war angeschlagen, zwei Tänzer fehlten, darunter der verletzte Titus Lindl, was sich merklich zu Lasten der Show auswirkte.

Den Abschluss des zweiten Showblocks hatten Flowjob aus Magdeburg/Göttingen, ein Zusammenschluss von Tänzern der True Heads, Step Canaveral und Da Rookies. Während im Publikum hier und da "Blowjob"-Rufe auszumachen waren, performten sie eine unauffällige Show, in der Bilder wie ein Auto oder eine Bartür nachgestellt wurden.

Moderator Hahny erinnerte an diesem heißen Tag an die 57 Grad Celsius beim BOTE 1998. Ein kurzer Zahlendreher lies ihn den Event ins Jahr 1989 verlegen und sorgte für kurzzeitiges Schmunzeln. Das Experiment aus Hoyerswerda, eine Formation bestehend aus 13 Girls, machten sich dann bereit, um eine Puppenshow darzubieten.

Nach der Pause warf Lexa (Trick17) Frank The Tank aus dem 1on1, Robi Rhythm (Micro Machines/Jacksons/ZuluKingz) setzte sich gegen Lukas (Ultimate Skillz) durch. Da Judge Sonny noch fehlte, wurde ihm ein kurzer Spax-Freestyle gewidmet, bevor dann die Halbfinal-Battles folgten. Einfach hatte es die Jury bis dahin nicht. Nach Abschluss der Showblocks standen zwei Crews punktgleich auf Platz 1, zwei punktgleich auf Platz4, es musste ausdiskutiert werden. "Es gab sehr unterschiedliche Jury-Meinungen", sagte Sonny später gegenüber WildstyleMag.com. Die Begegnungen lauteten schließlich:

Beat Fanatics vs. Bier Street Boys
Skillz vs. Söhne des Kreises


Der folgende Showact aus Rostock, die Sound Processing Unit, überzeugte mit großartiger Show, die House, Locking, Popping, New Style und B-Boying mit einband - nur die okagelben Hosen passten nicht mehr wirklich in die heutige Zeit.

Mit drei Sets gewann anschließend Lexa (Trick17) den 1on1 Battle. Robi Rhythm musste sich wie auch im vergangenen Jahr mit dem zweiten Platz begnügen. Nach einer kurzen musikalischen Einlage von Spax ("Musik") folgte der Battle um den dritten Platz. Arbeitsverweigerung bei beiden Crews: Die Enttäuschung um den Nichteinzug ins Finale stand beiden Gruppen ins Gesicht geschrieben, und erst nach längerer Pause „absolvierten“ sie die Battle.

Im Finalbattle gewann die Beat Fanatics gegen Skillz, die zunächst heftig ausgebuht wurden, was sich die Battle über fortsetze. Auffällig: Bis auf wenige Eingänge konterten Skillz fast ausschließlich mit Choreos und anschließendem Solo, was die Beat Fanatics zu beantworten wussten und letztendlich den Gesamtsieg und die Beste Show einfuhren.

"Das war ein unerwarteter Sieg"

Bis zur Verkündung der Endergebnisse und der Siegerehrung kamen aus der Bronx noch Rebel Diaz und zeigten eine Performance, bei der insbesondere die Rapperin mit einem beeindruckenden Solo vor halbleerem Saal zu überzeugen wusste. Kurz drauf sollte der Abend sein jähes Ende finden. Lexa erhielt noch den 1on1-Pokal und die Beat Fanatics den Preis für die beste Show, bevor die Platzierungen im Schnelldurchlauf abgefertigt wurden und sich draußen schon die Universität in grelles Blaulicht tunkte.

"Das war ein unerwarteter Sieg", sagte Rico von Beat Fanatics. Er selbst habe nicht mit dem ersten Platz gerechnet. Einstimmigkeit hingegen über die Veranstaltung. Die Location hatte sich abermals bewährt, die Stimmung war durchgängig on top und im Vergleich zum letzten Jahr stieg die Besucherzahl erneut an.

1. Beat Fanatics
2. Skillz
3. Söhne des Kreises
4. Bier Street Boys
Beste Show: Beat Fanatics

Gallery: Fotos des Battle Of The East
Website: www.battleoftheeast.de

Kommentare (7)add comment

Saman said:

hab hier mal grad mal wieder reingeschaut... @ el cane, mit dem punkt kritikfähigkeit hast du grundsätzlich recht. ich kann gut und gerne mit kritik umgehen wenn sie berechtigt is und konstruktiv vorgetragen wird. weder das eine noch das andre war hier der fall.
zu deinem jury argument, laut auswertungsbögen waren wir von der wertung her bei Sonny (wer is hier kompetent, weil er/sie schon lange tanzt?) aufm 2. und insgesamt genauso gut wie bierstreetboys, leider aber iner andren gruppe...
hab mitlerweile aber eh gehört, dass die wortwahl aus dem artikel sich auf pers. differenzen gründet, das is also neutrale/r bewertung bzw journalismus?
soviel dazu, meine zeit is mir zu wichtig als dass ich sie hier vergeuden würde, hab nur kein bock dass meine leute schlecht dargestellt werden...
peace

P.S. hab das video gesehen, hat mich jetzt nich so geschockt...
 
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Juli 01, 2008
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reimond said:

ja stimmt die da rechts getanzt hat war voll toll,#
die hat echt ne gute kopfdrehung gemacht und schön auf einem bein hat sie auch getanzt.
die hat best. reveal das tenzen gelehrt.°
 
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Juni 22, 2008
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Schluss jetzt!!!! said:

Warum darf sich denn jeder Honk hier melden???
Warum hat Wildstylemag nur gefrustete Leute am Start???
Check das und du weißt was du von Chris (tanzt 10 Jahre) halten musst, die Tante steht auf der rechten Seite! http://www.youtube.com/watch?v=MBvKq-na-g4
 
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Juni 18, 2008
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el da sensaible said:

ach wer ist denn schon chris,haha?
und cane hat ja recht,aber wer ist denn chris,haha?
wenn man auf powermove-shows mit schlechter anspruchsloser musik steht ,naja,
und
WER IST DENN SCHON DIESE CHRIS ;haha.!
 
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Juni 14, 2008
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el cane said:

Ich bin der Meinung, dass man als Künstler lernen sollte Kritik auch mal einzustecken. Vielleicht könnte man auch mal drüber nachdenken und versuchen beim nächsten mal weniger Angriffspunkte zu bieten. Mal abgesehen davon dass ich es ziemlich vermessen finde, pauschal an der Qualifikation der Autoren zu zweifeln (Chris tanzt seit 10 Jahren selber), spricht nicht zuletzt das Urteil der Jury auch eine eindeutige Sprache. Wenn Ihr andere Bilder darstellen wolltet als die, die das Publikum in eurer Show gesehen hat, ging eben in die Hose. Na Und? fragt euch ob es Spass gemacht hat, ob es euch tänzerisch was gebracht hat die Show vorzubereiten oder ob Ihr neue Erfahrungen mit nach Hause genommen habt. Um viel mehr sollte es doch gar nicht gehen und wenn Ihr weiter kommen wollt, mein Tipp, hört euch offen an was andere über eure Show sagen und lernt draus.
 
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Juni 12, 2008
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to-mas said:

ich weis nich wieso du so beleidigt bist? welche aussage hatte eure show denn bitte? sorry aber eure show ist mir auch kein bischen in erinnerung geblieben. ansonsten danke an die veranstalter!
 
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Juni 10, 2008
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Saman said:

Das passiert, wenn leute nich richtig hinkucken, die Show von Flowjob war kein move feuerwerk, aber wenigstens hatten wir eigene dinger, waren TÄNZERISCH am stizzo und hatten ne Aussage, die nich aus autos und bartüren bestand,
hmm naja son interpretions anspruch is wohl bisie viel verlangt, vor allem von qualifizierten online journalisten (ironie irgendwer!?!)
peace
 
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Juni 10, 2008
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