Chaos beim Bangarang Festival
Geschrieben von: redaktion   
Samstag, 26. Juli 2008 um 00:10

Fast alles was schief gehen konnte lief schief. Eine Fehlkalkulation stürzte das Bangarang Festival in Görlitz ins Chaos - inklusive Absage des Wu-Tang Clan. WildstyleMag.com sprach mit einem Besucher, der von katastrophalen Zuständen berichtet.

Die Stadt Görlitz mit einem großen Hip Hop- und Reggae-Festival für junge Menschen interessant zu machen war das Ziel der Veranstalter des 5. Bangarang Festivals. Dieses Vorhaben wurde klar verfehlt. Zu geringe Besucherzahlen haben dem Festival "das Genick gebrochen", ließ der geknickte Veranstalter in einem Statement auf seiner Website verlauten. Statt der erwarteten 10000 seien lediglich 2000 Besucher angereist. Auch Sponsoren waren kurzfristig abgesprungen.

Absage des Wu-Tang Clan

So konnte letztendlich die Gage für Künstler wie Jeru The Damaja oder Busy Signal nicht aufgebracht werden. Die angekündigte "MyStage" für Nachwuchskünstler wurde gar nicht erst aufgebaut. Am schlimmsten wiegte jedoch die Absage des Wu-Tang Clan. Die Gruppe habe erst auf der Fahrt zum Festival erfahren, dass die Gage teilweise nicht gezahlt werden könne, sagte Produzent RZA exklusiv gegenüber WildstyleMag.com. Ihren Auftritt cancelte die Gruppe daraufhin (RZA im Exklusiv-Gespräch).

Steve Gerlach, Mitorganisator des Festivals, gab gegenüber der Sächsischen Zeitung "fatale Fehler" in der Vorbereitung zu, "dazu stehen wir." Von der Absage des Wu-Tang Clan habe man erst erfahren, als die letzte Vorband schon gespielt hatte. Bekanntgegeben wurde der Ausfall des Headliners hingegen nicht. Zu diesem Zeitpunkt "war es zu spät, um die Eskalation aufzuhalten", gab sich der Veranstalter nebulös. Zum Ärgernis der Besucher trug bei, dass das Sonntagsprogramm fast komplett ausfiel. Gegenüber WildstyleMag.com sagte der Besucher:

Desinformation und chaotische Zustände

Was viele extrem angepisst hat war: Es wurde nie gesagt, dass die Acts nicht auftreten, obwohl es wahrscheinlich vor dem Festival schon klar war. Allein diese Grobkalkulation mit 10000 Leuten, was mehr gewesen wäre als bei den Hip Hop Open in diesem Jahr, war ja zum Scheitern vorherbestimmt. Samstag sollte der Wu-Tang Clan auftreten. Das wurde erst bis spät in die Nacht verschoben, dann wurde gesagt, dass die Gruppe evtl. Sonntag auftreten würde. Wer Sonntag nochmal angereist ist, hat nur gesehen, dass das Gelände schon abgebaut wurde. Verarsche hoch drei. Viele sind ja auch Samstag erst angereist und haben an der Tageskasse Tickets gekauft, obwohl den Veranstaltern längst klar gewesen sein muss, dass die Acts nicht auftreten.

Über diese Differenzen hinaus berichtet er im Gespräch von weiteren Problemen. Der Zeltplatz sei trotz der wesentlich geringeren Besucherzahlen viel zu klein für die 2000 Angereisten gewesen; die Hygienezustände mangelhaft: Zwar sei angekündigt gewesen, dass kein Wasser auf dem Campingplatz zur Verfügung stehen werde, dass es aber nirgends Duschen und überhaupt kein Wasser in der Umgebung gab, überraschte viele Besucher. Zahlreiche Stromausfälle, kaum vorhandene Sanitäter und Security-Mitarbeiter, die aufgrund von nicht gezahlten Löhnen das Gelände kurzerhand abriegelten, seien weitere Anzeichen für wesentliche Fehler in der Planung gewesen.

Der Veranstalter ist pleite

"Uns tut das alles mindestens genauso leid wie den Besuchern, und wir haben jetzt eine wahnsinnig schwere Zeit vor uns", sagte Gerlach gegenüber der SZ. Verständnis können die Veranstalter kaum erwarten. "Dass keine 10000 Leute gekommen sind", so der Besucher, "ist glaube ich eher ein Glücksfall. Das wäre wahrscheinlich noch viel chaotischer geworden." Weiter: "Es ist ja nicht so, dass es nur an Geld gefehlt hat, sondern irgendwie an allem." Der Veranstalter soll nach Angaben von Gerlach inzwischen pleite sein. Die Forderung von Besuchern, die ihr Geld zurückverlangen, dürfte sich somit kaum erfüllen.

 

Kommentare (6)add comment

Ihr seid Helden said:

Aber wirklich mal - da ist ja einiges schiefgelaufen, aber auf die Idee mal Hilfe anzubieten kommt keiner. Auf dem Festival hätte sich doch jeder eine geile Zeit gemacht wenn alles gut läuft und jetzt wo es schlecht läuft ist alles scheiße. Macht euch mal nen Kopp was da für ne Arbeit drin steckt in so einer Veranstaltung - aber mehr als zu meckern wäre ja auch zuviel verlangt.

Von Bands die mangelnden Luxus beklagen und wegen einer fehlenden Gage abhauen mal ganz zu schweigen.

Zeugt alles von nem spitzen Zusammenhalt in eurer "Szene"!

So gesehn freut es mich, dass da 2000 Leute nen mieses Wochenende hatten. Der Veranstalter kann einem trotz aller Fehler nur leid tun.

Best regards
 
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August 26, 2008
Stimmen: -1

gast said:

das ist so wenn kleine jungs das große geld machen wollen........
 
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August 16, 2008
Stimmen: +0

Eis-B said:

Ich wollte hin.. mit ein paar Freunden, mir dort "J-ru" ansehen.
"Gut" das ich es "leider" nicht mehr geschafft hatte..
Die Freunde waren dennoch dort und berichteten ebenfalls, von katastrophalen Zuständen und leergefegten Eventbereichen.
Habe dem erst vollkommenen Glauben geschenkt als ich die von ihnen gemachten Aufnahmen sah..
Unglaublich!
 
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August 11, 2008
Stimmen: +1

jenny said:

auf jeden das war eigentlich mal richtig mies ich und meine freunde haben uns voll drauf gefreut und dann war das so eijne übelste pleite aber naja was soll man machen wenigstens war K.I.Z da das war das einzig positive auf dem ganzen festival
 
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August 07, 2008
Stimmen: +0

... said:

Böse verrechnet
 
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Juli 26, 2008
Stimmen: +1

haha said:

das ist das mieseste was ich jemals gehört hab :)
 
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Juli 26, 2008
Stimmen: +0

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