 Mit der Split EP aus dem Hause Wortsport Lounge aus Heilbronn bekommt der Hörer sowohl eine EP von Dennis Da Menace als auch eine von der Elemental Force Crew auf einer CD präsentiert. Lohnt sich dieses Experiment?
Autor: Manuel "Majae" Jaeckl Den Anfang macht Dennis Da Menace mit insgesamt 7 Tracks sowie einem Remix, im gleichen Umfang präsentiert sich später auch die Elemental Force Crew. Auf einem kurzen Intro gibt er einen Vorgeschmack seines Flows, der erfrischend rund ist. Das Intro endet mit abschließenden Cuts, die Lust auf mehr machen. In „Silver vs. Platin“ rappt er über Graffiti und seine Liebe zu Bombings über einen Beat, der hauptsächlich aus einem Sample aus dem Film Wildstyle besteht, welches auch schon Too Strong für den Track „Dortmund Silo“ verwendet hat. Ein guter Track, der von Dennis´ druckvoller Stimme geprägt wird. Ähnliches Thema in „Diamantenstaub“, wo er über die „Energie wie ein Blitzschlag“, die in HipHop steckt, rappt. Ein weiterer Anspieltipp ist „Panther“. Die Lyriker unter den Lesern werden nicht zufällig an das berühmte Gedicht von Rainer Maria Rilke denken müssen. Denn in diesem Track thematisiert Dennis eben jenes und zitiert es im Chorus. Im Rest des Tracks vergleicht er sein Leben mit dem des Panthers mit nicht weniger vielen Metaphern. Er schießt damit jedoch etwas über das Ziel hinaus und kann nicht wirklich mit dem Original mithalten. Auch die Thematiken anderer Songs liegen in etwa auf dieser Linie. Allesamt geprägt durch nachdenkliche Lines und viele, teilweise sehr abstrakte Vergleiche. Wer einfache Musik will, ist hiermit sicherlich falsch beraten.
Den zweiten Teil der CD bestreitet die Elemental Force Crew, bestehend aus Dexter, Kit, Obiwan, Zeal und Karter. Die EP fängt mit einem schönen Filmsample aus Layer Cake an, das auch schon Bushido verwendet hat. Im typischen Representer-Style rappen die Heilbronner Jungs über ihre Crew und ihren Stand in der Szene. Nach einigen Lines geht es weiter zum nächsten Track „Zwei Schritte bitte“. Ähnlich wie man angefangen hat, wird hier auf einem funkigen Beat über die Crew gerappt. Schöne Flows, druckvolle Stimmen, guter Beat. So etwas wünscht man sich für ein HipHop-Album. Aber natürlich können sie auch anders. So gibt es in Storytelling-Manier Geschichten über das Leben mit Drogen inklusive all seinen Nachteilen und Schattenseiten. Leider hat der Track „9Zehn“ einen auf Dauer etwas einschläfernden Beat und monotonen Flow, so dass man nach einigen Malen leicht zum skippen neigt. Etwas besser wird’s im nächsten Track. Ein wenig KIZ-ähnlich nimmt man hier den üblichen Durchschnitts-Rapper aufs Korn, der ständig etwas von seinen Drogen-Millionen, Villas und Autos erzählt. Hier fehlen aber definitiv die lustigen Wortspiele, die den Track vielleicht zu einem Höhepunkt gemacht hätten.
In „Urbania“ wird wieder mehr Wert auf die Story gelegt. Wie der Name vermuten lässt, gibt es hier Geschichten über die Heimatstadt von EMF. Die musikalische Untermalung ist diesmal ganz gut gelungen, leider fehlt etwas die Power hinter den Stimmen. Insgesamt fängt die zweite EP stark an, kann das Niveau aber leider nicht bis zum Ende durchziehen. Einmal ist es der schwächere Beat, einmal fehlen die Wortwitze und ein anderes Mal die Punchlines. Erst bei „Beef, Kohle, Grill“ wird sich wieder gesteigert. Zwar klingt der Titel erst etwas ausgelutscht, aber der Track schafft es durchaus die typische Sommer-und-Grill-Stimmung beim Hörer rüberzubringen.
Zu guter Letzt gibt es den Bonustrack „Für eine Hand voll Dollar“, der auf das kommende Album von Jaques Shure und Dexter neugierig machen soll. Eine super Aussage mit guten Lines, was will man groß mehr? Wenn das Album auf der gleichen Ebene spielen wird, kann man sich darauf wirklich freuen.
Musikalisch gesehen sind beide EPs auf einem soliden Level, auf Dauer vielleicht etwas eintönig. Begrüßenswerter Weise sind die Beats nicht auf dem Synthesizer entstanden, sondern voll mit schönen Samples, sowohl Instrumentals als auch Vocals.
Insgesamt ist die Idee mit der Split EP durchaus gelungen. Wo sonst bekommt man für 7 Euro gleich 2 EPs? Wem die eine nicht gefällt, der hört nur die andere, alle anderen haben gleich zwei zum Preis von einer. Beide Artists haben sicherlich ihre Unterschiede, sind aber im Großen und Ganzen vom selben Holz geschnitzt. Nachdenkliche Tracks die Wert auf inhaltliche Tiefe legen.
01. Dennis Da Menace - Intruff 02. Dennis Da Menace - Diamantenstaub 03. Dennis Da Menace - Nur zum Schutz (feat. Jaques Shure) 04. Dennis Da Menace - Silber Vs. Platin 05. Dennis Da Menace - Panther 06. Dennis Da Menace - Jüngstes Gericht (feat. Dexter & Tibeliuz) 07. Dennis Da Menace - Tatendrang (feat. Jaques Shure) 08. Dennis Da Menace - Atem (V.Raeter Remix) 09. Elemental Force - Darauf Hat Keiner Gewartet 10. Elemental Force - Zwei Schritte Bitte 11. Elemental Force - 9Zehn 12. Elemental Force - Die Welt Dreht Sich Um Uns (feat. Jaques Shure) 13. Elemental Force - Urbania 14. Elemental Force - Beef, Kohle, Grill 15. Elemental Force - Glaub Mir (feat. Fleisz) 16. Elemental Force - Beef, Kohle, Grill (V.Raeter-Remix) 17. Jaques Shure & Dexter - Für eine Hand voll Dollar
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